Konservierung

PHENOXYETHANOL
Glycolether / Konservierungsmittel

PHENOXYETHANOL ist Phenoxyethanol (2-Phenoxyethanol) ist ein synthetisch hergestellter Glycolether, der in Spuren auch natürlich vorkommt — etwa in Grüner Tee und Chiccoree. Erfahre hier alles über Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner täglichen Pflegeroutine.

CAS: 122-99-6  |  Auch bekannt als: 2-Phenoxyethanol, PhE, Ethylene Glycol Monophenyl Ether, Phenoxetol, Rose Ether
Stoffklasse Glycolether / Konservierungsmittel
INCI-Name PHENOXYETHANOL
CAS-Nummer 122-99-6
Komedogenität Grad 0 (nicht komedogen)

Was ist PHENOXYETHANOL?

Phenoxyethanol ist das weltweit am häufigsten verwendete Konservierungsmittel in der Kosmetik — und der etablierteste Paraben-Ersatz. Als Glycolether schützt es Cremes, Seren und Reiniger zuverlässig vor Verkeimung, insbesondere gegen den gefuerchteten Pseudomonas aeruginosa. Mit einer Zulassung bis 1.0% und guter Verträglichkeit hat es sich als Industriestandard durchgesetzt. In Spuren kommt es natürlich in Grünem Tee und Chiccoree vor.

Wusstest du? Phenoxyethanol wurde ursprünglich als Fixativ in der Parfümindustrie eingesetzt — seine konservierende Wirkung wurde erst später zufällig entdeckt, als man bemerkte, dass Parfumproben mit hohem Phenoxyethanol-Anteil über Jahre keimfrei blieben, während andere verdarben.

Woher kommt PHENOXYETHANOL?

Phenoxyethanol (2-Phenoxyethanol) ist ein synthetisch hergestellter Glycolether, der in Spuren auch natürlich vorkommt — etwa in Grüner Tee und Chiccoree. Er wurde in den 1950er Jahren als Konservierungsmittel für Kosmetik eingeführt und hat sich seitdem zum weltweit meistverwendeten Paraben-Ersatz entwickelt. Die Synthese erfolgt durch Reaktion von Phenol mit Ethylenoxid. Hauptherkunftsregionen: Kommt natürlich in Grüner Tee (Camellia sinensis) und Chiccoree vor; industriell synthetisch hergestellt. In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitätsstandards gemäß der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschließlich Rohstoffe in Kosmetik-Qualität von geprüften Lieferanten.

Wie wirkt PHENOXYETHANOL auf zellulärer Ebene?

Phenoxyethanol wirkt primär gegen gram-negative Bakterien (insbesondere Pseudomonas aeruginosa — den gefuerchtetsten Keimverursacher in Kosmetik) und Hefen. Es stört die Zellmembranfunktion der Mikroorganismen und hemmt deren Energiestoffwechsel durch Entkopplung der oxidativen Phosphorylierung. Gegen gram-positive Bakterien und Schimmelpilze wirkt es schwächer und wird daher meist mit komplementaeren Konservierungsmitteln (Ethylhexylglycerin, Phenethyl Alcohol) kombiniert, um ein vollständiges antimikrobielles Spektrum abzudecken.

So wirkt PHENOXYETHANOL auf deine Haut

Breitband-Konservierung

Phenoxyethanol ist besonders wirksam gegen Pseudomonas aeruginosa — den gefuerchtetsten Kontaminationskeim in wasserbasierter Kosmetik. Es deckt zusammen mit Partnerstoffen das vollständige Keimspektrum ab: gram-negative Bakterien (Phenoxyethanol), gram-positive Bakterien (Ethylhexylglycerin), Hefen (Phenethyl Alcohol). Dieses 'Hurdle-Konzept' erlaubt niedrigere Einzelkonzentrationen.

Paraben-Alternative

Seit der öffentlichen Paraben-Debatte (ab ~2004) hat Phenoxyethanol sich als bevorzugte Alternative etabliert. Es wird von den europäischen Gesundheitsbehörden (SCCS) bei 1.0% als sicher eingestuft — ohne die endokrinen Bedenken, die gegen Parabene vorgebracht wurden. Fast alle 'parabenfrei'-Produkte nutzen Phenoxyethanol als Hauptkonservierungsmittel.

Formulierungs-Stabilität

Phenoxyethanol ist über einen breiten pH-Bereich (3-10) wirksam und thermostabil. Es verträgt sich mit den meisten kosmetischen Rohstoffen und bleibt auch in komplexen Emulsionen aktiv. Für Formulierer ist es dadurch einer der zuverlaessigsten Konservierungsstoffe auf dem Markt.

Penetrationsverstärker

Als Glycolether hat Phenoxyethanol eine milde penetrationsverstärkende Wirkung — es kann die Hornschicht leicht durchlässiger machen. In Formulierungen mit aktiven Wirkstoffen (Vitamin C, Retinol, Niacinamid) kann dies die Wirkstoffaufnahme geringfügig verbessern. Dieser Nebeneffekt ist bei den üblichen 0.5-1.0% allerdings minimal.

Dosierung & Regulierung

Typische Einsatzkonzentration: 0.5-1.0% (max. 1.0% laut EU-Verordnung). Oft in Kombination bei niedrigerer Einzelkonzentration.
EU-Regulierung: EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 Anhang V, Nr. 29: Zugelassenes Konservierungsmittel bis max. 1.0% im Fertigprodukt. In Japan auf 1.0% beschränkt. In einigen Naturkosmetik-Zertifizierungen (NATRUE) nicht zugelassen.

Für wen ist PHENOXYETHANOL geeignet?

Alle Hauttypen

Als Konservierungsmittel schützt es das Produkt vor gefährlicher Verkeimung — ein indirekter aber essentieller Schutz für jede Haut.

Empfindliche Haut

Milder als Parabene und MIT/CMIT. Bei Konzentrationen unter 0.5% in Kombisystemen sehr gut verträglich.

Unreine Haut

Die breite antimikrobielle Wirkung — besonders gegen Pseudomonas — schützt vor Sekundaerinfektionen bei gestörter Hautbarriere.

PHENOXYETHANOL in deiner Routine

Keine separate Anwendung

Phenoxyethanol ist als Konservierungsmittel in der Formulierung enthalten und wirkt automatisch bei normaler Produktanwendung.

PAO beachten

Die Konservierung schützt das Produkt während des angegebenen PAO-Zeitraums (z.B. 6M, 12M). Nach Ablauf nicht mehr verwenden — auch konservierte Produkte verlieren irgendwann ihren Schutz.

Hygiene

Unterstütze die Konservierung durch saubere Handhabung: Spatel für Tiegel verwenden, Tuben nicht mit offener Öffnung aufbewahren, keine Feuchtigkeit in die Verpackung gelangen lassen.

Lagerung: Thermostabil bis 100°C, pH-stabil 3-10. Leicht flüchtig — in offenen Formulierungen kann die Konzentration über Monate minimal sinken. Nicht lichtempfindlich.

RAU Cosmetics Produkte mit PHENOXYETHANOL

Häufige Fragen zu PHENOXYETHANOL

Ist Phenoxyethanol schädlich?

Nein — bei den zugelassenen Konzentrationen (bis 1.0%) gilt Phenoxyethanol als sicher. Das Wissenschaftliche Komitee für Verbrauchersicherheit (SCCS) der EU hat es 2016 ausdrücklich als sicher eingestuft, einschließlich für Kinder. In seltenen Fällen kann es bei Konzentrationen nahe 1.0% zu leichten Hautirritationen kommen — besonders bei stark geschädigter Hautbarriere. Das Allergiepotenzial ist sehr gering.

Warum steht Phenoxyethanol so weit oben auf manchen INCI-Listen?

Die Position auf der INCI-Liste zeigt die Konzentration relativ zu den anderen Inhaltsstoffen an. Wenn Phenoxyethanol bei 1.0% weit oben steht, bedeutet das, dass die anderen Inhaltsstoffe in noch geringerer Konzentration vorhanden sind — typisch für Seren mit vielen Aktiv-Wirkstoffen in niedriger Dosierung. Es bedeutet NICHT, dass zu viel Phenoxyethanol enthalten ist.

Ist Phenoxyethanol in Naturkosmetik erlaubt?

Das kommt auf den Standard an. COSMOS (die meistverbreitete Zertifizierung) erlaubt Phenoxyethanol als Konservierungsmittel. NATRUE hingegen lässt es nicht zu — dort muss mit Alternativen wie Benzylalkohol, Sorbinsäure oder ätherischen Ölen konserviert werden. Konventionelle Kosmetik darf es ohne Einschränkung verwenden.

Kann ich allergisch auf Phenoxyethanol reagieren?

Es ist möglich, aber selten. In Patch-Test-Studien zeigen weniger als 0.5% der Probanden eine Reaktion auf Phenoxyethanol. Zum Vergleich: bei Duftstoffen reagieren 2-4%, bei Methylisothiazolinon (MIT) bis zu 10%. Wenn du auf ein Produkt reagierst und Phenoxyethanol als Ursache vermutest, lass einen dermatologischen Patch-Test durchführen.

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